Wir können noch mehr! Bischof Dr. Christian Stäblein bei Geflüchteten und Kirchengemeinde in Eisenhüttenstadt

Wir können noch mehr! Bischof Dr. Christian Stäblein bei Geflüchteten und Kirchengemeinde in Eisenhüttenstadt


# Neuigkeiten
Veröffentlicht am Montag, 15. Juni 2020, 14:00 Uhr
© Stephanie Spranger

In den Wochen der Corona-Krise hatten die meisten Menschen viel mit sich selbst zu tun. Da konnten Hilfsbedürftige schnell aus dem Blick geraten.

Deshalb besuchte Bischof Dr. Christian Stäblein am 11. Juni mit einer kleinen Besuchsgruppe die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Eisenhüttenstadt und anschließend die Ev. Kirchengemeinde. Er wollte erfahren, wie es neu angekommenen Geflüchteten aus fernen Ländern in unserem Bundesland aktuell geht.

Dabei konnte die Besuchsgruppe unter den gegebenen Bedingungen aus der Erstaufnahmeeinrichtung einen sehr positiven Eindruck mitnehmen. Mit viel Kommunikation mit den Geflüchteten ist es gelungen, sowohl die Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern als auch Frustrationen in der Einrichtung gering zu halten. Für die Geflüchteten gibt es verschiedene Möglichkeiten der medizinischen, sozialen und rechtlichen Begleitung. Aufgrund der allgemeinen Einschränkungen auch in den Behörden ist der Aufenthalt in der EAE vor der Verteilung auf die ortsnahe Unterbringung in den Landkreisen allerdings von gut fünf Monaten auf acht Monate gestiegen.

Im Gemeindezentrum der nahegelegenen Friedenskirchengemeinde berichteten dann Mitglieder der Gemeinde und des Gemeindekirchenrats von ihrem langjährigen Einsatz in der Begleitung der Geflüchteten. Im monatlichen Café Arche kommen teils gut 100 Menschen zusammen – leider musste es nun in den letzten Wochen ausfallen.

Der Leiter der EAE Olaf Jansen sagte im Gespräch, dass die Erstaufnahme des Landes mit weiteren Standorten in Frankfurt (Oder), Doberlug-Kirchhain und Wünsdorf zur Zeit nur etwa zu einem Drittel ausgelastet ist. Damit ist sie gut vorbereitet, nach der weltweiten Lockerung der Corona-Restriktionen wieder mehr Geflüchtete aufzunehmen.

Bischof Stäblein befürwortete, dass Deutschland rasch weitere Geflüchtete aus den überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln aufnehmen sollte. Außerdem wurde eine stärkere Zusammenarbeit zwischen der Kirchengemeinde und der zentralen Arbeit mit Geflüchteten in Berlin in der sog. „Flüchtlingskirche“ in Aussicht genommen, wenn die bisherige Pfarrerin für Geflüchtete im Sprengel Görlitz Dr. Elisabeth Rosenfeld ab August Ortspfarrerin in Eisenhüttenstadt wird.

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