Leben in den Samariteranstalten in der Corona-Zeit

Leben in den Samariteranstalten in der Corona-Zeit


# Diakonie
Veröffentlicht am Freitag, 8. Mai 2020, 13:00 Uhr

Pfarrerin Ulrike Menzel, Theologischer Vorstand, berichtet aus den Samariteranstalten Fürstenwalde:

Wie lange dauert das noch? Das werde ich oft gefragt. Auch Mitarbeitende in den Bereichen sind jetzt zunehmend seelsorgerlich gefordert. Die Corona-Einschränkungen machen müde. Wann geht es endlich wieder los? Wann kann ich wieder arbeiten gehen? Wann öffnen die Schulen und die Kita wieder für alle? Wann sind Besuche ohne Einschränkungen möglich? Wann feiern wir wieder Gottesdienste? Das fragen unsere Bewohnerinnen und Bewohner, die ihre Arbeit in den Christophorus-Werkstätten vermissen. Das fragen Eltern, die ihre Kinder wieder in unsere Kita oder Förderschulen schicken wollen. Das fragen Angehörige, denen es nicht mehr reicht, dass sie ihre Kinder, Eltern oder Großeltern in den schönen Gärten und Höfen unserer Häuser oder durch geöffnete Fenster sehen können. Das fragen die, die die Gottesdienste in der Samariterkirche und im Katharina von Bora-Haus vermissen. Manche treffen nur dort Freunde, die sie sonst nicht sehen.

In den Gesprächen, die sich auf die Fragen entwickeln, wird klar: Wir werden noch länger vorsichtig leben müssen. Wir wollen nicht krank werden. Wir wollen nicht andere krank machen. Deswegen wird noch länger nicht alles gehen, was wir uns wünschen. Und die Gottesdienste im Fernsehen oder in unseren Wohngruppen sind auch schön. Anders als in den Kirchen konnte am Sonntag Kantate bei uns in den Wohngruppen bei der Andacht, die wir als Leseandacht per Mail verschickt haben, kräftig gesungen werden. Denn die Menschen leben auch im Alltag zusammen und hatten seit Mitte März kaum Außenkontakte. Gott sei Dank haben wir herrliches Wetter und schöne große Außenanlagen. 

Da konnten wir schon Ende April Besuche draußen und natürlich mit Abstand, Masken u.a. zulassen, wenn die Trennung unerträglich wurde. Doch wir haben leider auch erlebt, dass die Regeln nicht eingehalten wurden. Dabei können wir eine Corona-Infektion mit weitreichenden Folgen in den Samariteranstalten nicht gebrauchen. Gott sei Dank sind wir bisher verschont geblieben und tun alles uns Mögliche dafür, dass das auch so bleibt.

Besonders schön ist, dass in unseren Häusern fröhliches Leben herrscht, obwohl gerade vieles nicht geht und die Beschränkung auf den Wohnbereich auch schwer ist. Wir danken für alle Unterstützung: selbstgenähte und medizinische Masken, Musik in den Höfen unserer Häuser, Bilder und Basteleien zu Ostern, Gebet.


Die Christophorus-Werkstätten sind zurzeit geschlossen, erfüllen aber trotzdem die wichtigsten vertraglichen Produktionsverpflichtungen. Die Mitarbeitenden schicken Arbeitsaufträge in die Wohngruppen und sind auch sonst produktiv. Für den Katastrophenschutz des Landkreises Oder-Spree wurden 1.000 Community-Masken genäht, daneben gut 800 für den eigenen Bedarf in den Samariteranstalten. Anfang Mai war das 1.000 Gesichtsvisier fertig, 60 Schutzvisiere werden pro Tag gefertigt. Die Gesichtsvisiere werden gut angenommen. Sie schützen wirksam und sind angenehmer zu tragen als Mund-Nase-Bedeckungen.

Die Gesichtsvisiere sind im Christophorus-Shop, August-Bebel-Straße 1-4, Fürstenwalde erhältlich, der seit Ende April wieder geöffnet hat (Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr).

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