Gemeindeleben mit Corona

Gemeindeleben mit Corona


# Neuigkeiten
Veröffentlicht am Freitag, 8. Mai 2020, 17:00 Uhr

„Nichts geht mehr.“ Das war das Gefühl in den ersten Tagen der Veranstaltungs- und Kontaktverbote. Was dann passierte, war fast das Gegenteil: Im Handumdrehen entstand eine ungeahnte Menge an Ideen und Initiativen. Hoffnungsbotschaften wurden an Kirchen aufgehängt, Hoffnungssteine bemalt und an Kirchen ausgelegt, Karten und Briefe an Gemeindeglieder und in Seniorenheime geschickt, Sondergemeindebriefe mit Zaungesprächen ausgeteilt, Kirchen zum Gebet geöffnet, Posaunenmusiken im Garten oder auf dem Dorfplatz abgehalten – und der weite Raum des Digitalen mit ungeheurer Vielfalt und Kreativität erforscht. Eine Initiative dabei besonders zu nennen, würde heißen, die anderen weniger zu würdigen – ein Ausschnitt ist auf der Homepage des Kirchenkreises dokumentiert. Auch die Gemeindekirchenräte, die Leitungen der Gemeinden, fanden Wege der Kommunikation, über Telefonate, Umlaufbeschlüsse und Videokonferenzen. Teils hatten sie Erhebliches zu leisten, besonders die Trägerkirchengemeinden der 14 Kindertagesstätten in unserem Kirchenkreis. Die Pfarrerinnen und Pfarrer mussten auch bei Trauerfeiern neue Erfahrungen machen – wie geht eine Beerdigung mit 10 Teilnehmenden, nur an der Grabstelle? Eine Ehrenamtliche sagte sogar: „Nie war die Kirche mehr präsent!“

Gleichzeitig ging es darum, immer auf der Höhe der aktuellen Entwicklung und gesetzlichen Vorgaben zu sein. Dazu gab es ungezählte Informationen, Rundschreiben und Hinweise, die alle zu studieren fast unmöglich war. Das wird wohl auch eine Weile noch so bleiben. Die wichtigsten und insbesondere auch die kreiskirchlichen sind hier (Link) einzusehen.

Zunehmend haben wir verstanden, dass es in der nächsten Zeit wohl weniger um „nach Corona“ als um „mit Corona“ gehen wird. Wie können wir Grundvollzüge gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens wieder aufnehmen und weiterführen, obwohl die Gefahr der Pandemie nicht gebannt ist?

Aktuell ist dabei ein emotionales Thema das Singen. Ist evangelisches kirchliches Leben ohne Singen denkbar? Sind die Vorsichtsmaßnahmen angemessen oder übertrieben? Aber wer möchte riskieren, der „Hotspot“ zu sein, bei dem es plötzlich viele Ansteckungen gibt, so wie die Kantorei des Berliner Doms?

Wir sind alle zum ersten Mal in „Coronaland“. Deswegen weiß auch niemand vorneweg, wie das genau richtige Verhalten ist. Da sollten an Verantwortliche nicht Forderungen gestellt werden, als wären sie Übermenschen. Und es sollte ein Verständnis dafür geben, dass in „unvermessenem Gebiet“ lieber vorsichtiger als wagemutiger navigiert wird.

Gleichzeitig kann es auch keine Option sein, „aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen“. Dann kann es auch dazu kommen, dass wir nach einer mutigeren Entscheidung feststellen, dass sie doch etwas zu mutig war. Hoffentlich können die Verantwortlichen dann auf Verständnis und Solidarität hoffen.

Ich lade dazu ein, diese Zeit auch als eine Möglichkeit der Verlangsamung anzunehmen. Als Christinnen und Christen sind wir bereits „gerettet“ – unser Wert und unsere Würde liegt darin, dass Gott uns geschaffen und in Jesus Christus angesehen hat. Da muss nicht jede Veranstaltung um jeden Preis stattfinden und jede Möglichkeit um jeden Preis genutzt werden.

Einen besonderen Blick sollten wir aber dahin werfen, wo die sind, die aus eigener Kraft weniger Möglichkeiten oder größere Herausforderungen haben: Kinder, Jugendliche, Senioren, Kranke, Ärmere, Alleinerziehende und Alleinlebende, Geflüchtete, Menschen mit Behinderungen. Danke für allen Einsatz, der besonders ihnen zugute kommt! 

Frank Schürer-Behrmann

(Foto: Herz, mit dem beim 1. GD in Schulzendorf (Region Bad Freienwalde) die Gemeinde begrüßt wurde)

Kommentare

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