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09.11.2018 14:51 Alter: 10 days
Kategorie: Neuigkeiten
Von: ths

Wir erinnern an 80 Jahre Novemberpogrome

Andacht am 9.November um 18.00 Uhr im St. Marien Dom Pfr. Carl Christian Brockhaus, Christoph Ritter (Kreisbeauftragter f. Jugendarbeit)


80 Jahre ist es am 9. November her, dass auch in Fürstenwalde die Synagoge in der Frankfurter Straße brannte. Geschäfte mit jüdischen Besitzern wurden geplündert und die Inhaber ihrer Existenz beraubt - wie z.B. das Geschäft mit Kurz- und Wirkwaren der Familie Heymann in der Junckerstraße (heute Reinheimer Straße). Bisher hoch angesehene Fürstenwalder jüdischen Glaubens wurden beschimpft, durch die Straßen gejagt. Wie Dr. Hans Klopstock, der für die "Deutsche Kabelwerke AG" in Ketschendorf arbeitete - er wurde mit weiteren Fürstenwaldern am Abend des 9. Novembers im KZ Sachsenhausen inhaftiert, und starb dort am 12. Dezember.
Ganze Familien wurden ausgelöscht, als sie in den folgenden Jahren in Konzentrationslager deportiert wurden - wie z.B. die Buchhändlerin Florentine Waldau mit ihrer Tochter Regine. Andere wählten den Freitod, um sich der Deportation zu entziehen - wie im Oktober 1941 Gertrud Krebs, die am Marktplatz wohnte. Manchen gelang es, durch Flucht sich zu retten - traumatisiert vom Verlust ihrer zurückgebliebenen Familienagehörigen und der Heimat. Wie z.B. Klaus Marcuse, der mit 17 Jahren alleine nach England gelangte, und seine Mutter Paula nie mehr sah - die deportiert und ermordet wurde.

50 STOLPERSTEINE in Fürstenwalde
www.stolpersteine.museum-fuerstenwalde.de

Bisher 50 STOLPERSTEINE erinnern heute an Fürstenwalder, die denunziert, geschmäht, vertrieben und ermordet wurden. Dank des Engagements von Hans-Jürgen Woldt vom Freundeskreis Museum wird am 9. November die homepage mit Namen, Fotos, biographischen Daten und einem interaktiven Stadtplan mit Adressen online verfügbar sein.
Mit dieser website wird deutlich: wir erinnern an jüdische Menschen, die in Fürstenwalde seit Jahrzehnten lebten und die Ärzte, Kaufleute, Glaser, Synagogenvorsteher, Verkäuferinnen, Buchhändlerinnen, Musiker usw. waren. Wir erinnern an Frauen, Männer und Kinder, die für eine Weile in den Samariteranstalten wohnten und ermordet wurden, weil sie nach Ansicht der Nazis "unwert" waren. Wir erinnern an diejenigen, die sich aufgrund ihrer politischen Überzeugung widersetzten: Sozialdemokraten und Kommunisten.